Pressestimmen vom Medienhaus Aachen GmbH (Stolberger Nachrichten, Stolberger Zeitung, Super Mittwoch/Sonntag/Stolberger Zeitung am Sonntag)


1000 medizinische Schutzmasken gespendet

Stolberger Zeitung am Sonntag 03. Mai 2020

Stolberg. Mit Freude und guten Wünschen für die verantwortungsvollen Aufgaben in der Pflege und Betreuung in den Seniorenheimen übergab die Bürgerstiftung Stolberg Rhld. den Geschäftsführern der Christenserinnen gemeinnützigen Gesellschaft 1000 Mundschutzmasken für den Dienst am älteren Menschen. „Die Coronakrise stellt hohe Ansprüche an den Schutz der betagten Bewohner“, so der Vorsitzende der Bürgerstiftung Hans-Josef Siebertz (l.) und Vorstandsmitglied Sabine Houben (4.v.l.) bei ihrem Besuch der Einrichtungen Haus Maria im Venn (Stolberg-Venwegen) und Heim des Guten Samaritan (Stolberg-Stadtmitte). Die Beschaffung von Mundschutzmasken ist für die Häuser in der Coronakrise nach wie vor problematisch. Umso mehr kommt die unbürokratische Hilfe der Bürgerstiftung wie gerufen. Die Christenserinnen danken vielmals im Namen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

v.l.n.r.: H.-J. Siebertz (Vorsitzender Bürgerstiftung); Sr. M. Rufina (Hausorberin); Sr. M. Secunda (Generalassistentin); S. Houben (Vorstand Bürgerstiftung); P. Jankowski (Geschäftsführer Christenserinnen); D. Renerken (Geschäftsführer Christenserinnen) Foto: Stefanie Lenzen

 

 


Und am Schluss kommt der Drache

Kinderführungen in Stolberg Beitrag u. Fotos: Medienhaus Aachen (ZVA) Sonja Esser

 

Das Wort „Blootwoosch“ hat in der kölschen Sprache eine besondere Bedeutung. Gemeint ist damit natürlich die Blutwurst, aber diese Tatsache spielt eine eher untergeordnete Rolle. An der Aussprache von „Blootwoosch“ erkennt man, ob jemand gebürtig aus Köln stammt oder ein „Imi“ – also ein Zugezogener – ist. In Stolberg scheint dies ähnlich zu sein. „Woschtjass“ lautet das Wort, das in dieser Woche durch die Gassen der Altstadt hallt. Beim ersten Versuch erklingt noch nicht das Wort, das am Ende dabei herauskommen sollte. Auch der zweite Versuch ist noch nicht erfolgreich. Doch beim dritten Mal zeigt sich Peter Sieprath zufrieden. Was es mit dem Aufsagen des Wortes in der Stolberger Mundart auf sich hat? Peter Sieprath machte nun mit Schülern der Hermannschule einen Spaziergang durch die Stolberger Altstadt. Dabei ging es nicht nur um Geschichte und Sehenswürdigkeiten, sondern auch um das Stolberger Platt.

 

Infobox: Apropos Bürgerstiftung

Broschüre: Kindern die eigene Heimat näher bringen

Die Bürgerstiftung hat ihre Broschüre „Stolberg unsere Heimat“ neu aufgelegt. Diese wird nun an alle Grundschulen kostenlos verteilt. Durch die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung ist die Führung für die Schüler kostenlos. Insgesamt gibt es neun Führungen.

In Kooperation mit dem Helene-Weber-Haus sollen zudem Spaziergänge in den einzelnen Ortsteilen stattfinden. Die Hermannschule hat diese Möglichkeit bereits in Anspruch genommen. Von dieser Schule nehmen alle Kinder (insgesamt rund 250 Schüler) an diesem Angebot teil.

 

 

 

 

 

Es „fluppt“ im Rathaus

 

Los geht´s auf dem Kaiserplatz. Erste Anlaufstelle: altes und neues Rathaus. Was man dort machen könne, will Sieprath von den Schülern wissen. „Irgendetwas mit einem Pass“, meint eines der Kinder. Zudem sorgen Mitarbeiter und der Bürgermeister im Rathaus dafür, dass es in der Stadt „fluppt“, so Sieprath weiter. Das erste Wort, das die Kinder auf Stolberger Platt lernen. Nur wenige Meter weiter macht die Gruppe erneut Halt. Diesmal an der Grüntalstraße. Sieprath zeigt den Schülern das ehemalige Gericht – das damals auch ein Gefängnis besaß – und auch die Grundschule nebenan ist Thema. Die hat nämlich zwei Eingangstore. Aber warum eigentlich? „Einer für die Lehrer und einer für die Schüler“, meint eine Schülerin, liegt mit ihrer Antwort allerdings daneben. „Damals war ein Eingang für die Jungen und einer für Mädchen“, klärt Sieprath die erstaunten Kinder auf. Die Grüntalschule war damals keine Grundschule, sondern eine Volksschule. „Da ging man hin bis man 14 oder 15 Jahre alt war und damit man keine Dummheiten machte und sich auf das Lernen konzentrierte, gab es für Jungen und Mädchen unterschiedliche Eingänge“; so Sieprath weiter.

 

Weiter geht es in die Enkerei. Das Besondere dort: Nicht nur die Häuser sind mit Nummern ausgerüstet, sondern auch die Bäume – und das in der kompletten Stolberger Innenstadt. Die Stadt wolle wissen, wie viele Bäume es gebe und wo diese platziert seien, so Sieprath. Er selbst habe erst kürzlich erfahren, dass die Bäume in der Innenstadt mit Nummern versehen seien. Stolbergs ehemaliger Bürgermeister und Mitglied der Bürgerstiftung, Hans-Josef Siebertz, hatte Sieprath darüber aufgeklärt.

 

In der Klatterstraße werden die Augen der Kinder dann größer: „Die Burg“, meinen einige Schüler ganz erstaunt. Doch noch müssen die Kleinen ein wenig Geduld haben, denn Sieprath erklärt ihnen erst einmal, warum die Klatterstraße eigentlich Klatterstraße heißen könnte.

 

An dieser Stelle kommen das Schuhwerk und die Pflastersteine ins Spiel. Vor rund 500 Jahren lebten in der Stolberger Altstadt zwischen 200 und 300 Leute. Damals besaßen die Menschen keine Schuhe aus Leder, sondern aus Holz, und die machten auf den Pflastersteinen auch Geräusche. Vielleicht gebe es ja genau deshalb die Klatterstraße, meint Sieprath.

 

Weiter geht es Richtung Wurstgasse. Damals konnten die Menschen meist weder schreiben noch lesen. Wie konnten sie also wissen, in welchem Geschäft welche Waren angeboten wurden? Durch entsprechende Gegenstände an der Hauswand. Der Kopf eines Schweins ist auch heute noch an einer Eingangstüre zu sehen. Da sich damals gleich drei Metzgereien dort befanden, erhielt das kleine Gässchen den Namen Wurstgasse – oder auf Stolberger Platt Woschjass. „Jetzt sagen wir alle Woschjass“, kündigt Sieprath an und nach dem dritten Versuch klappt es dann auch tatsächlich.

 

Früher das Gefängnis

 

Etliche Treppenstufen später ist die Gruppe auf dem unteren Burghof angekommen. „Das kleine Gebäude mit dem Spitzdach war früher einmal das Gefängnis der Burg“, sagt Sieprath. Ob es auch heute noch eine Folterkammer oder einen Kerker gebe, wollen die Kinder wissen. Das kann Sieprath verneinen. Aufkommen wird das Thema Folter an späterer Stelle allerdings erneut.

 

Doch zuerst geht es in den Rittersaal, in dem die Kleinen sich von den Rüstungen – die allerdings nur ein Abbild der Originale sind – beeindruckt zeigen. Wie man damals Ritter wurde? Diese Möglichkeit war nur Jungen und Männern vorbehalten. Im Alter von sieben Jahren verließen sie ihre Familie und heuerten bei einem Ritter an, der die Ausbildung übernahm. Bis zum 14. Lebensjahr waren die Jungen Knappen. Bis zum 21. Lebensjahr waren sie Pagen, und dann wurden sie zum Ritter geschlagen.

 

Auf der Bühne des Rittersaals folgt die nächste Information: „Hier müsst ihr ganz ruhig sein, denn ihr befindet euch im Schlafzimmer des Burgherren“, sagt Sieprath. Durch das heutige Trauzimmer geht es in die Galerie der Burg und sogar noch weiter hinauf: in den großen Turm. Dort soll es einen Drachen geben, erklärt Sieprath. „Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass es keine Drachen gibt“, sagt eines der Kinder. Doch Sieprath kann kontern: „Das gilt vielleicht außerhalb Stolbergs.“

 

Nach rund anderthalb Stunden ist auch schon wieder alles vorbei und für die Kinder geht es zurück in die Schule. Was sie mitnehmen? Jede Menge Wissen rund um die Stolberger Altstadt, deren Sehenswürdigkeiten und natürlich das Stolberger Platt.

 


Tabalingo feiert zehnten Geburtstag:

Angefangen hat alles mit fünf Kindern

 

von Dirk Müller

 

 

Stolberg Zehn Jahre nach der Gründung zählt der Verein Tabalingo 400 Mitglieder aus der ganzen Region. Das große Jubiläum wird im Mai gefeiert. Doch was ist das Erfolgsrezept?

Schon die Besichtigung des Tabalingo-Geländes lässt erahnen, wie einzigartig das integrative und inklusive Projekt in unserer Region und darüber hinaus ist. Mehrere Fußballplätze in verschiedenen Größen sind an der Hastenrather Straße schon längere Zeit vorhanden, doch es gibt viel Neues zu entdecken.

 

Bei den Musical-Projekten sind die Tabalingo-Kids mit viel Freude bei der Sache und arbeiten

ohne Leistungsdruck auf ihre großen Auftritte hin. Foto: Dirk Müller / Klaus Espete

 

Etwa ein umzäuntes Basketballfeld oder den Ninja-Warrior-Parcours, der immer wieder umgebaut werden kann, um stets neue Herausforderungen zu bieten. Der umbaute Aufenthaltsbereich für Kinder und Erwachsene ist mittlerweile auf die vierfache Größe angewachsen. Eine weitere Kletterwand ist hinzugekommen. In diesem Jahr feiert der Verein seinen zehnten Geburtstag.

 

Zu Besuch bei Tabalingo ist heute der Vorsitzende der Stolberger Bürgerstiftung, Hans-Josef Siebertz, mit einigen Kollegen. Klaus Espeter führt die Gruppe über das Gelände und präsentiert auch stolz die beiden neuen Bauwagen, in denen bis zu acht Kids und vor allem auch Ferienbetreuer übernachten können. Woran die Bürgerstiftung nicht unbeteiligt ist, denn die Stiftungsmitglieder überbringen dem Verein Tabalingo 3200 Euro – den Erlös des Benefizkonzertes mit dem Landespolizeiorchester und den Stolberger „Crack Field Stompers“ Ende 2019.

 

In der Tanzhalle, die auch für zahlreiche weitere Aktionen genutzt wird, laufen gerade die Proben für das Schwarzlicht-Musical „Die drei Musketiere“, und die Tabalingo-Kids sind sichtbar mit viel Freude bei der Sache. Nach den Proben kommen Ursula Espeter und Hans-Josef Siebertz ins Gespräch, und die Tabalingo-Gründerin Espeter blickt dabei auf eine zehnjährige Erfolgsgeschichte zurück, die enorm beeindruckend ist.

 

„Mit fünf Tanz-Kindern hat 2010, damals noch in Aachen-Eilendorf, alles begonnen. Bald kamen fünf Fußball-Kids hinzu, Yoga, Schwarzlichttheater und Ferienprojekte folgten“, beschreibt Ursula Espeter. Das einzigartige Konzept von Kultur und Sport ohne Leistungsdruck für Menschen mit und ohne Handicap oder Förderbedarf habe sich rasch herumgesprochen. „Nach knapp einem Jahr hatten wir schon 75 Teilnehmer.“

 

Heute sind es übrigens 400 Aktive aus der gesamten Euregio, die die Tabalingo-Angebote nutzen. „Etwa die Hälfte davon haben Handicaps beziehungsweise Förderbedarf und die andere Hälfte nicht. So kann Inklusion gelingen“, sagt Espeter. Wohl auch, weil das Tabalingo-Team seinem Anspruch treu geblieben ist: „Was Menschen nicht können, interessiert uns wenig. Wir schauen lieber genau hin, was sie können.“

 

17 inklusive Sportangebote

 

2011 zog Tabalingo um, und die ehemalige Nerzfarm auf dem Donnerberg ist bis heute das prosperierende Areal für vielfältige Freizeitaktivitäten. Voltigieren, Bogenschießen, Taekwondo, Darts, Capoeira und mehr werden angeboten. „Insgesamt haben wir 17 inklusive Sportangebote“, erklärt Espeter. Hinzu kommen Film-, Theater-, Musical- und Kunst-Projekte, Ferienreisen und Ferienaktionen. „Im vergangenen Jahr wurden 73 Kinder jede Woche von unserem Fahrdienst transportiert“, führt sie einen weiteren Service an. Heute firmieren die Angebote unter der Tabalingo gemeinnützige Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) und dem Tabalingo Sport & Kultur integrativ e.V.

 

Fußball wird bei Tabalingo natürlich immer noch reichlich gespielt und ist ein gutes Beispiel dafür, welche Kreise Tabalingo vom Stolberger Donnerberg aus zieht. Seit der Spielzeit 2018/2019 gibt es im Fußballverband Mittelrhein FVM eine Liga inklusiv. Nicht zuletzt, weil schon 2013 Verbandsvertreter bei Tabalingo zu Besuch waren, um sich dahingehend auszutauschen und von den Erfahrungen bei Tabalingo zu profitieren. Ein Highlight 2019 war, dass die Tabalingo-U17-II-Mannschaft die Meisterschaft in der ersten FVM Liga inklusiv gewann.

 

Ein wohl noch größeres Highlight für 22 Tabalingo-Kids war das Testspiel der Deutschen Nationalelf im Sommer im Aachener Tivoli, als die Tabalingo-Kinder mit der Nationalmannschaft ins Stadion einlaufen durften.

 

Und für 2020 sind schon die nächsten Höhepunkte abzusehen. „Wir starten derzeit das geniale Musical-Projekt ,Starlight Express‘, mit Rollstuhlfahrern und Fußgängern auf Rollschuhen“, nennt Ursula Espeter ein Beispiel. Zudem werden „Die drei Musketiere“ als Schwarzlicht-Musical aufgeführt, und fünf Ferienreisen nach Mallorca, Frankreich und in die Eifel sind bereits ausgebucht.

 

Am 23. und 24. Mai feiert Tabalingo sein zehnjähriges Bestehen mit einem Kulturwochenende. Dazwischen läuft der „normale“ Tabalingo-Betrieb mit Handball, Vielseitigkeitstraining, Tai Chi, Reiten, Pilates, Stockkampf, Bouldern und mehr. Und natürlich mit Tanz und Fußball, wie schon vor zehn Jahren, als Inklusion und Integration noch Ziele, ja Visionen, waren. Heute sind sie bei Tabalingo gelebte Realität.

 

Mehr Informationen unter www.tabalingo.de.

 


Buch „Stolberg – unsere Heimat“: Die eigene Stadt ganz spielerisch entdecken

„Stolberg – unsere Heimat“: Die Zweitauflage des Buches für Grundschüler ist nun erschienen. Bürgerstiftung und Helene-Weber-Haus kooperieren.

Text u. Foto: Medienhaus Aachen  / Sonja Essers

 

Stolberg  / Eschweiler

Kinder sollen ihre eigene Heimat entdecken, kennen und lieben lernen. Spaziergänge und liebevoll gestaltete Broschüren sollen diesen Zweck in Stolberg erfüllen. In Eschweiler gibt es ebenfalls das Ziel.

 

Vor über 60 Jahren sah das Schulsystem noch ein wenig anders aus als heute. Damals, als die Kinder nicht die Grund-, sondern die Volksschule besuchten und dort noch Fächer wie Heimatkunde unterrichtet wurden. Nicht nur dieses Fach ist in den 1960er Jahren zunächst durch Sachkunde ersetzt und später vom Sachunterricht abgelöst worden. Über die eigene Heimat lernen Grundschüler heute nur noch wenig.

 

Das weiß auch Petra Bleimann, Leiterin der Grundschule in Gressenich. „In der dritten Klasse lernen die Kinder Bundesländer und ihre Hauptstädte kennen. In der weiterführenden Schule geht es dann mit neuen Ländern weiter. Dass es aber hier in Stolberg eine Burg gibt, wissen viele Kinder gar nicht“, sagt Bleimann. Das soll sich allerdings bald schon ändern.

 

Der Grund dafür ist ein 70 Seiten dickes Heft, das nicht nur Stolbergs Geschichte kindgerecht in den Fokus rückt. Es geht auch um Wirtschaft, Kultur, Natur und Umwelt sowie die einzelnen Stadtteile und die Verwaltung.

 

Ganz neu ist das Projekt übrigens nicht. Bereits zum Schuljahr 2014/2015 wurde von der Stolberger Bürgerstiftung eine Unterrichtsbroschüre entwickelt und den Grund-, Förder- sowie weiterführenden Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt. Hans-Josef Siebertz von der Bürgerstiftung bezeichnet dies als „Leichtturmprojekt“.

 

Das Interesse bei den Stolberger Schulen war so groß, dass Ende 2019 alle 5000 Exemplare der damaligen Erstauflage vergriffen waren. „Wer seine Heimat nicht kennt, kann seine Heimat auch nicht lieben“, ist sich Hans-Josef Siebertz ziemlich sicher. Eine zweite Auflage mit insgesamt 2500 Exemplaren wurde nun in Auftrag gegeben, um der Nachfrage gerecht zu werden. Und damit nicht genug.

 

Interessant: Auch in Eschweiler gibt es seit Ende 2018 ein Buch, das die Geschichte der Stadt kindgerecht erklärt. Geschrieben hat es der ehemalige Grundschulrektor und jahrelanger Vorsitzende des Geschichtsvereins:Simon Küpper.

Doch machen wir uns wieder auf den Weg zurück in die Kupferstadt meinen Siebertz und Mitstreiter Wolfgang Hennig von der Bürgerstiftung. Auch die Stolberger Senioreneinrichtungen sollen nämlich mit den Broschüren versorgt werden. Zusammentreffen von Kindern und Senioren kann man sich ebenfalls gut vorstellen. Geplant sei diesbezüglich allerdings noch nichts.

Los geht’s mit dem Projekt übrigens schon ab dem kommenden Montag, 20. Januar. In der ersten Woche stehen gleich mehrere Führungen auf dem Programm. Zwei Schulen haben bislang auch Termine für die Spaziergänge ausgemacht. Weitere sollen allerdings bald folgen. Diese starten dann ab März, sagt Gandelheidt

 

 

 

Denn diesmal versorgt die Bürgerstiftung die Schulen nicht nur mit dem Material, sondern hat sich mit dem Helene-Weber-Haus noch weitere Ansätze ausgedacht, um den Kindern ihre Heimat ein Stück näher zu bringen. Und genau an dieser Stelle kommt Sabine Gandelheidt ins Spiel. Die Museumspädagogin wird das Projekt begleiten. „Wir möchten die Kinder animieren, dass sie erst einmal ihre Augen aufmachen sollen. Darauf fußt unser Konzept“, sagt Gandelheidt. Heißt im Klartext: Als Heimat-Detektive gehen die Schüler selber der Geschichte in ihrem Ortsteil nach.

 

 

 

 

Und in Eschweiler?

 

Simon Küpper fasst Geschichte zusammen

 

Ein ähnliches Projekt gibt es auch im benachbarten Eschweiler. „Lass dir erzählen, wie es früher war!“ hat Simon Küpper (Foto: Andreas Röchter), langjähriger Vorsitzender des Eschweiler Geschichtsvereins, geschrieben

 

Dieses ist gedacht für Kinder von acht bis zwölf Jahren und ging an die Eschweiler Grundschulen.

 

Worum es in diesem geht? In rund 30 Kapiteln geht Küpper auf die Eschweiler Geschichte in kindgerechter Sprache ein.

 

Nicht nur die Sage, warum die Dürwisser Kaafsäck heißen, ist in dem Buch zu finden. In einem Kapitel geht es darum, warum in Eschweiler Karneval gefeiert wird. In einem anderen wird erklärt, wie die Römer nach Eschweiler kamen.

 

Simon Küpper besucht übrigens auch die Schulen und liest den Kindern aus seinem Werk vor.

 

Gandelheidt leitet sie an, Straßennamen zu recherchieren, Denkmäler zu erforschen oder auch Geschehnisse zu hinterfragen. Im Rahmen eines Spaziergangs geht der Nachwuchs erst auf Spurensuche und arbeitet in der Nachbereitung in dem Unterrichtsheft. Auch ein Museumsbesuch gehört dazu. Die Schulen können das Museum in der Torburg, einer Burg- oder Kupferhofführung oder das Museums-Sägewerk in Zweifall besuchen – auf Kosten der Bürgerstiftung. Das Angebot richtet sich übrigens nicht nur an die insgesamt zehn Stolberger Grundschulen, sondern auch an die Willi-Fährmann-Schule.

 

Bleimann meint, dass nicht nur der finanzielle Aspekt oft ein Thema sei. „Viele Eltern können sich Ausflüge einfach nicht leisten.“ Die Leiterin der Gressenicher Grundschule hebt auch die personelle Unterstützung hervor. Lehrer kämen heute meist aus anderen Städten und kennen sich in dem Ort, in dem sie unterrichten, geschichtlich oft nicht so gut aus, meint Bleimann. Durch das eigene Sehen, Fühlen und Begreifen soll dem Nachwuchs das Wissen rund um die eigene Heimat näher gebracht werden. „Es ist wichtig, dass wir mit den Kindern rausgehen. Dass sie die Burg anfassen, die Galmeiveilchen sehen und das Sägewerk erleben können“, meint Bleimann.

 

Die Arbeit mit den Kindern könnte nur die erste Stufe des Projekts sein, meinen Siebertz und Mitstreiter Wolfgang Hennig von der Bürgerstiftung. Auch die Stolberger Senioreneinrichtungen sollen nämlich mit den Broschüren versorgt werden. Zusammentreffen von Kindern und Senioren kann man sich ebenfalls gut vorstellen. Geplant sei diesbezüglich allerdings noch nichts.

 

Los geht’s mit dem Projekt übrigens schon ab dem kommenden Montag, 20. Januar. In der ersten Woche stehen gleich mehrere Führungen auf dem Programm. Zwei Schulen haben bislang auch Termine für die Spaziergänge ausgemacht. Weitere sollen allerdings bald folgen. Diese starten dann ab März, sagt Gandelheidt.

 


„Außergewöhnliche“ Spende für                  Tabalingo

Super Mittwoch 15.01.2020

 

Bürgerstiftung übergibt Erlös des Benefizkonzerts    

Foto: Bürgerstiftung Stolberg / Rudolf Wynands

 

Stolberg. Nach dem erfolgreichen 3. Benefizkonzert zu Gunsten von Tabalingo – Sport & Kultur integrativ e. V. im November 2019 in der Stadthalle hat die Bürgerstiftung Stolberg den Reinerlös in Höhe von 3200 Euro nun an den Verein übergeben. In Anwesenheit der Kinder und Jugendlichen, deren Betreuer*innen sowie der Mitglieder des Vorstandes und des Stiftungsrates wurde der Erlös an die Geschäftsführerin Ursula Espeter überreicht, wie die Bürgerstiftung mitteilte.

 

Tabalingo – Sport & Kultur integrativ fördert „mit ihren vielfältigen Angeboten im kulturellen und sportlichen Bereich die Integration von behinderten Kindern und Jugendlichen in Stolberg“, lobte die Bürgerstiftung. Dies sei ein „unverzichtbarer und wertvoller Beitrag für das soziale Engagement in unserer Heimatstadt“, sagte der Stiftungsvorsitzende Hans-Josef Siebertz.

 Verwendung für Wohnbauwagen

 Er hob weiterhin hervor, dass der Dank auch den Spendern und Sponsoren gelte, die es ermöglicht haben, dass dieser „außerordentliche Betrag“ zur Verfügung gestellt werden konnte. „Ein besonderer Dank gilt der VR Bank Region Aachen, die uns als Bürgerstiftung hierbei hervorragend unterstützt hat.“ Tabalingo-Geschäftsführerin Espeter erklärte: „Wir bieten sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten, integrativ-inklusiv für Menschen insbesondere mit und ohne Behinderung als ganz normale Teilhabe am sportlich-kulturellen Freizeitleben.“

 

Der Reinerlös des Benefizkonzerts wird für das Wohnbauwagen-Projekt von Tabalingo verwendet; das Projekt ermöglicht es den Kindern, vor Ort an mehrtägigen Aktivitäten teilzunehmen ohne die übliche auswärtige Unterbringung.

 

Im Anschluss an die Übergabe begeisterten die Kinder mit zwei Aufführungen aus dem derzeit in Vorbereitung befindlichen Musical-Projekt „Die Musketiere“, gemäß dem Motto des gemeinnützigen Vereins: „Sport und Kultur ohne Leistungsdruck! Bedeutet: Gelebte Inklusion aus Spaß an der Bewegung und am Miteinander!“ (red)

 

Anmerkung der Bürgerstiftung:
Die Freude über die Unterstützung war riesig und die Herzlichkeit von Betreuern und besonders der Kinder beim Empfang haben uns nachhaltig berührt.