Schönebeck: Bürgerstiftung Salzland hilft mit über 13.000 Euro Flutopfern in Stolberg. (neuer Stand: mehr als 23000€)

 

Schönebecker Bürger haben mehr als 13.000 Euro gespendet. Das Geld wird von Bürgerstiftung an Bürgerstiftung übergeben, um in Stolberg die gemeinnützigen Organisationen wieder aufzubauen.

 

Von Paul Schulz 23.09.2021  Volkstimme Schönebeck

BU: Überreichten den symbolischen Scheck an Hans-Josef Siebertz (2.v.r.): Annett Grampe, Frank Schiwek, Oberbürgermeister Bert Knoblauch und Britta Duschek (v.l.). © Stadt Schönebeck  Foto: Paul Schulz

 

Die Bürgerstiftung Salzland - Region Schönebeck hat der Bürgerstiftung Stolberg einen Scheck über mehr als 13.000 Euro überreicht. Das von Schönebeckern gespendete Geld soll den Opfern der Flutkatastrophe im Westen der Republik helfen.

 

 

Schönebeck/Stolberg - Britta Duschek und Frank Schiwek sind begeistert. Die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Salzland – Region Schönebeck und ihr Stellvertreter haben nämlich nicht mit einer so enormen Spendenbereitschaft der Bürger gerechnet. Um den Opfern der Flutkatastrophe im Westen der Republik zu helfen, haben nämlich rund 140 Spender aus Schönebeck und Umgebung ihr Portemonnaie gezückt.

 

Insgesamt werden so 13.662 Euro zusammengetragen. Jeder überwiesene Euro, jeder Cent, kommt an. „Da kann man nur ein ganz großes Dankeschön an alle Spender richten“, sind sich Duschek und Schiwek einig. Und genauso sieht es auch Hans-Josef Siebertz, Vorsitzender der Bürgerstiftung Stolberg in Nordrhein-Westfalen.

 

„Meinen herzlichen Dank! Das ist eine ganz tolle Aktion“, sagte Siebertz, der den Scheck von den Schönebeckern entgegennahm. Die Stiftung aus dem vom Hochwasser schwer getroffenen Gebiet, wird das Geld nun vor Ort verteilen. Vor allem gemeinnützigen Organisationen soll damit unter die Arme gegriffen werden, damit diese sich wiederaufbauen können und ebenfalls wieder helfen können. In Betracht kommen unter anderem die Stolberger Tafel, das Deutsche Rote Kreuz oder die örtliche Arbeiterwohlfahrt, erklärt Hans-Josef Siebertz.

Doch warum spendet die Bürgerstiftung Salzland nicht direkt an die Organisationen? Vereinfacht gesagt: Weil der Überblick fehlt. Die ortsansässige Stiftung um Siebertz hingegen, die weiß ganz genau, wo am dringendsten Hilfe gebraucht wird. Deshalb geht die Spende von Stiftung an Stiftung, erklären Frank Schiwek und Britta Duschek

 

 

 

 

 


Bundesverband Deutscher Stiftungen

Pressemitteilung vom 25. August 2021

Stolberg (Rhld.), 25. August 2021. Kaum ein Haus ist verschont geblieben. Am 15. Juli 2021 überflutete ein Hochwasser, das vor allem über die Flüsse Vichtbach und Inde der Stadt erfasste, fast das gesamte Zentrum der „Kupferstadt“ Stolberg. Lediglich die Gebäude in den Hanglagen oder das erhöht liegende Wahrzeichen der Stadt, die Burg, wurden verschont.

 

„Es war ein fürchterlicher Lärm, ich hatte solche Angst“ erzählt einer, der bei der Flut seinen gesamten Besitz verloren hat. „Meine Mutter und ich sind in den ersten Stock geflüchtet, das Wasser hat im Erdgeschoss alles mitgerissen. Nun wohnen wir bei meiner Schwester.“

 

Solche Geschichten hat Hans-Josef „Bronco“ Siebertz, inzwischen schon oft gehört. Er ist gebürtiger Stolberger, ehemaliger Bürgermeister der Stadt und Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Stolberg. Mit ihm die schwer beschädigte Stadt zu besichtigen bedeutet nicht nur, viel Hintergrundwissen zu Stadt und Geschehen zu erhalten, sondern auch ständig Bürgerinnen und Bürger zu treffen, die ihm von ihrem persönlichen Hochwasser-Schicksal erzählen.

 

An zentralen Stellen Stolbergs stehen noch immer die Versorgungszelte

 

„Dieses historische Gebäude hatten wir erst vor wenigen Jahren renoviert. Nun müssen wir den ganzen Boden neu machen.“ sagt ein vitaler Rentner, der zwischen ratterndem Entlüfter und Bauschutt das Ladenlokal im Steinweg, einer zentralen Straße in der Innenstadt, aufräumt. Seine Enkeltochter hatte hier einen Laden für Geschenkartikel geführt, der wegen Corona geschlossen war und dessen Zukunft nun erst recht ungewiss ist. Wie dieser Familie geht es fast allen Bewohnern der Innenstadt. Hotels, Gaststätten, Möbelgeschäfte und andere Läden, Büros -  alle sind betroffen und auf Unterstützung angewiesen. Für die, die gar nichts mehr haben, stehen sechs Wochen nach der Katastrophe an zentralen Stellen Stolbergs immer noch Versorgungszelte zur Verfügung, die Nahrungsmittel, sanitäre Anlagen und sonstige Grundversorgung bieten. Die Warteschlangen sind nicht lang, aber beständig, der Bedarf bei vielen Einwohner:innen der Stadt ist immer noch groß.

 

Ein Ort, der insbesondere in dieser schweren Zeit für viele Stolberger:innen und Stolberger als wichtige Anlaufstelle dient, ist das Sozialkaufhaus WABE. Alle drei Filialen der Stadt, die von der Diakonie Aachen betrieben werden, wurden jedoch ebenso stark von der Flut erfasst wie andere Gebäude und mussten teilweise geräumt werden. „Schnell konnten wir unsere zentrale Filiale nach einigen Tagen wieder öffnen, da diese aufgrund glücklicher Umstände nicht so stark mit Schlamm und Wasser gefüllt war.“ erzählt Kaufhausleiter Manfred Peters. Diese ist nun bereits wieder mit Möbeln, Kleidung und anderen Sachspenden gefüllt. Andauernd kommen und gehen Menschen aus und ein, die grundlegenden Bedarfe an Kleidung und Möbeln haben und hier fündig werden.

 

„Wir haben auch eine Essensausgabe und Kaffee, so dass das Sozialkaufhaus für alle in der Nachbarschaft ein Treffpunkt ist“ erklärt Holger Kaminski, einer der verantwortlichen Akteure der Organisation. Das Haus ist tagsüber geöffnet und dient auch als Informationsstelle für die Bürgerinnen und Bürger mit ihren aktuellen Bedarfen. In einer der alten Filialen des Sozialkaufhauses, einem ehemaligen Kino, wurde das Eingangsgebäude mit allen Räumen völlig verwüstet. Die Küche, das Café, die Bibliothek, Holger Kaminskis Büro – alles nicht mehr nutzbar. Ein durchdringender Geruch von Öl liegt in der Luft. In vielen Gebäuden zerstörte das Wasser die Heizkeller und die alten Öltanks, Heizflüssigkeit drang nach außen und verteilte sich flächendeckend. Das Gebäude soll nun abgerissen werden. Der alte Kinosaal nebenan im ersten Stock hatte noch Glück – dort wurde sowohl das Möbellager als auch die Schreinerei verschont. In der Werkstatt konnte die Arbeit schon bald wiederaufgenommen werden: Die hier beschäftigten Langzeitarbeitslosen fertigen zum Beispiel Vogelhäuschen oder Katzenbäume an, wie der bereits zitierte Emilio, dessen Wohnung durch die Flut zerstört wurde. Er stehe immer noch unter Schock, meint er, und sei froh, dass er zumindest seiner Arbeit nachgehen kann.

 

Für Hans-Josef Siebertz ist daher die Unterstützung des Sozialkaufhauses durch die Bürgerstiftung Stolberg eine dringende Maßnahme. „Sachspenden aus dem ganzen Land haben wir auch schon erhalten, aber was wir am meisten brauchen, sind finanzielle Hilfen, um die betroffenen Familien direkt mit dem Nötigsten versorgen zu können“, erklärt Hans-Josef Siebertz. „Wie zum Beispiel Kühlschränke oder Elektroherde, die durch die Flut unbrauchbar wurden.“ Der Ansatz der Bürgerstiftung ist klar: Da das Sozialkaufhaus eine wichtige Säule der lokalen sozialen Infrastruktur bildet, über die sehr viele Menschen erreicht werden können, können an dieser Stelle Spenden besonders gezielt helfen. „Dazu gehören auch die Stolberger Tafel, die Arbeiterwohlfahrt, das Deutsche Rote Kreuz und die Kindertagesstätte des Sozialdienstes Stolberger Frauen, die ebenfalls durch die Bürgerstiftung Unterstützung erhalten“, berichtet Hans-Josef Siebertz.

 

Sechs Wochen nach der Flutkatastrophe zeichnet die Stolberger Innenstadt immer noch ein erschreckendes Bild. Schutthaufen prägen die Straßen überall. Aber viel wurde bereits wieder aufgeräumt, und die Hoffnung kehrt langsam zurück. Mittendrin aktiv ist die Bürgerstiftung Stolberg. Für sie gilt die altbekannte Weisheit: Gestiftet und gespendet wird nicht für die Bürgerstiftung, sondern über die Bürgerstiftung.

 

Bürgerstiftung Stolberg
Spendenkonten Bürgerstiftung Stolberg
IBAN: DE51 3905 0000 1070 1596 35 (Sparkasse Aachen)
IBAN: DE 40 3916 2980 7320 0600 14 (VR Bank eG Stolberg)
IBAN: DE10 3907 0024 0364 0570 00 (Deutsche Bank AG Stolberg)

 

PS: Dieser Text soll exemplarisch für alle von der Flut betroffenen Gebiete in Deutschland stehen. Viele Bürgerstiftungen in den Katastrophenregionen und anderswo engagieren sich und sammeln Spenden für die zerstörten Gebiete.

Axel Halling leitet das Programm Chancenpatenschaften im Bundesverband Deutscher Stiftungen und ist Referent des Bündnisses der Bürgerstiftungen Deutschlands. Er ist in der Nachbarschaft Stolbergs aufgewachsen und begleitete die Bürgerstiftung vor knapp zehn Jahren in ihrer Gründungsphase.

 

 

 


(von der Tageszeitung "Volksstimme" aus Schönebeck      Datum: 03.-04.2021.20)

Flutkatastrophe in Westdeutschland 2021  Stolberg bei Aachen wird von der Flut kalt erwischt - Hilfe kommt auch von der Bürgerstiftung Schönebeck

 

Die Flutkatastrophe in Westdeutschland hat auch in Schönebeck für Betroffenheit gesorgt. Die Bürgerstiftung hat eine Spendenaktion gestartet. Das Geld soll nach Stolberg in der Nähe von Aachen gehen. Der Vorsitzende Hans-Josef Siebertz ist dankbar für die Unterstützung und berichtet, wohin das Geld fließen soll.

 

Die verheerende Flutkatastrophe hat in Stolberg bei Aachen ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Feuerwehr und Hilfskräfte waren in den letzten Tagen im Dauereinsatz. Fotos: Bürgerstiftung Stolberg

 

 

Schönebeck/Stolberg - Der erste Schock ist verdaut. Die Stolberger krempeln die Ärmel hoch. Sie bauen ihre Stadt nach der verheerenden Flut wieder auf – auch mit der Hilfe aus Schönebeck. Wie ist die Situation vor Ort? Und wohin soll das Geld aus Schönebeck fließen? Der Vorsitzende der Stolberger Bürgerstiftung, Hans-Josef Siebertz, gibt im Telefongespräch mit der Volksstimme einen Überblick über die Katastrophe in seiner Heimatstadt.

 

„Hier sah es wie nach einem Bombenangriff aus“, beschreibt Siebertz. Das beschauliche Örtchen Stolberg, direkt an der Stadtgrenze zu Aachen gelegen, sei nicht mehr wiedererkennbar. Am 14. Juli begann der Regen in Stolberg und weiten Teilen Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz. 48 Stunden lang sorgte Tiefdruckgebiet Bernd für Regenfälle, die die Region nur selten derart stark erlebt hatte. Die Folge: Hochwasser. Durch Stolberg drückte sich eine gigantische Flutwelle aus Richtung Süden. „Wohnungen und Geschäfte im Parterre waren komplett vollgelaufen“, berichtet Sie-bertz. „Teilweise stand das Wasser bis zu 2,50 Meter in den Räumen.“ Scheiben seien eingedrückt worden, so dass die Fluten ungehindert in die Wohnungen und Geschäfte eindringen konnten.

 

 

2000 bis 3000 Häuser zerstört

 

Etwa 2000 bis 3000 Häuser seien in Stolberg betroffen gewesen, schätzt der Vorsitzende der Bürgerstiftung. Lange Zeit, um den Schock zu verdauen, nahmen sich die Stolberger nach Angaben von Siebertz allerdings nicht. Schon am Freitag, als die Wassermassen langsam ihren Rückzug antraten, begannen sie mit den Aufräumarbeiten. Die Devise galt zu retten, was zu retten ist. Und denen zur Hilfe zu kommen, die alles verloren hatten. Viele soziale Einrichtungen in der Stadt sind sprichwörtlich den Bach heruntergegangen. Genau da will die Bürgerstiftung aus Stolberg ansetzen – mit Hilfe unter anderem der Stiftung und der Spenden aus der Elbe-Stadt. Insgesamt fünf soziale Einrichtungen will die Stiftung wieder aufbauen. Sie-bertz: „Die Einrichtungen sind sehr wichtig für das soziale Miteinander. Sie unterstützen viele sozial schwache Menschen.“ So wie ein Sozialkaufhaus. Das liegt direkt im Überflutungsgebiet. Dort, wo auch viele sozial schlechter gestellte Menschen ihre Wohnungen haben. Viele von ihnen stünden vor dem Nichts. „Im Sozialkaufhaus kaufen auch viele Langzeitarbeitslose ein“, erklärt Siebertz.

 

Schaden in Millionenhöhe

 

Bis Stolberg, die Kupferstadt im Rheinland, wieder die alte wird, wird noch viel Zeit vergehen. Hans-Josef Siebertz kann die Höhe der Schäden nur schätzen. Er beziffert sie auf circa 400 Millionen Euro. Die ganze Infrastruktur in den betroffenen Gebieten muss neu ausgebaut werden. Das Land NRW hat Sofort- und Wiederaufbauhilfen zugesagt. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) machte sich in der Kupferstadt persönlich ein Bild vom Ausmaß der Tragödie.

 

Trotz der ganzen misslichen Situation blicken die Bürger Stolbergs weiter nach vorne. Sie lassen sich nicht unterkriegen.

 

„Das Leid, das Schicksal, das viele von uns bei dieser Katastrophe ereilt hat, ist mit Worten leider nicht zu beschreiben“, erklärte Stolbergs Bürgermeister Patrick Haas (SPD) auf den Kanälen der Stadt in sozialen Netzwerken. Dort wandte er sich in der akuten Phase täglich an die Bevölkerung. Er bedankte sich zeitgleich für die zahlreichen Spenden. „Die Hilfsbereitschaft in unserer Bevölkerung ist unglaublich. Dazu haben wir zahlreiche Unterstützung von Einsatzkräften aller Art und aus dem ganzen Land erhalten.“

 

Bürgerstiftung hilft direkt vor Ort

 

Viele Menschen aus Schönebeck erinnern sich noch an das Jahr 2013. Die Stadt stand vor einer ähnlichen Situation wie jetzt Stolberg. Die Elbe trat über die Ufer und richtete ein Bild der Verwüstung an. Grund genug für die Mitglieder der Schönebecker Bürgerstiftung, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Mit riesigem Erfolg.

 

Wie Frank Schiwek, zweiter Vorsitzender der Bürgerstiftung, bekanntgab, wurden bisher über 7200 Euro gesammelt. „Ich bin wirklich überwältigt“, kommentierte der Schönebecker. „Wir wollten nicht unbedingt auf ein großes Konto einzahlen, sondern direkt vor Ort helfen.“ Inzwischen wurde die Aktion nochmals weiter publik gemacht. In den sozialen Netzwerken kursieren unlängst die Flyer. Nun sind sie auch im Stadtbild angekommen. Laut Schiwek hängen sie seit Kurzem an verschiedenen, prägnanten Punkten in der Stadt: zum Beispiel der Touristinformation, dem Bürgerbüro oder dem Rathaus. „Im Jahr 2013 haben viele ehrenamtliche Feuerwehrleute und Freiwillige des THW bei der Jahrhundertflut in Schönebeck geholfen. Wir geben jetzt die gelebte Solidarität mit einem großen Dank zurück“, heißt es auf dem Plakat.

 

Mit „wir“ sind die Initiatoren gemeint. Die Aktion geht nämlich nicht allein auf die Bürgerstiftung zurück. Die Stadtverwaltung und der Stadtrat werden ebenfalls als Mitorganisatoren auf den ausgegebenen Flyern genannt.

 

„Nach dem Hochwasser 2013, bei dem wir betroffen waren, kennen wir die Bedeutung so einer Katastrophe – für die Region und für jeden Einzelnen. Und wir wissen, wie wichtig in dieser Zeit die Solidarität unter den Menschen ist. Ich bin sehr froh über das Engagement der Bürgerinitiative Salzland, für die Menschen vor Ort Spenden zu sammeln“, kommentierte Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) in einer Pressemitteilung.

 

Den Kontakt erstmals herzustellen sei gar nicht so einfach gewesen. Schließlich habe der Vorsitzende der Bürgerstiftung Stolberg, Hans-Josef Siebertz, zurzeit alle Hände voll zu tun (siehe Text oben).

 

Die Bürgerstiftung Salzland, Region Schönebeck, versteht sich als Initiative, die von engagierten Bürgern und Unternehmen ausgegangen ist. Ziel sei die Unterstützung bürgerlichen Engagements im sozialen Bereich ausgehend von der Region Schönebeck für den Salzlandkreis. Auf der Grundlage des Stiftungsgeschäftes von acht Gründungsstiftern am 20. Mai 2008 erfolgte wenige Wochen später die Anerkennung und die Eintragung in das Stiftungsverzeichnis. Die Stiftung verfolge ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Das Fördergebiet der Stiftung konzentriert sich auf den Salzlandkreis, speziell die Region Schönebeck. Unterstützt werden beispielsweise Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe oder auch Entwicklungshilfe im Ausland (Partnerprojekte), die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Region Schönebeck stünden.

 

 

 


Foto: Bürgerstiftung Stolberg
Foto: Bürgerstiftung Stolberg

 

„Menschen und soziale Einrichtungen sollen wieder auf die Füße kommen“

Von Sonja Essers Redakteurin /  Zeitungsverlag Aachen

 

Stolberg Für dieses Jahr hatte die Stolberger Bürgerstiftung einige Pläne. Nicht nur das Nudelbuffet sollte wieder stattfinden. Auch andere Projekte standen in den Startlöchern. Doch dann kam das Hochwasser. Aktiv sind die Mitglieder dennoch.

 

„Es tut schon ein bisschen weh“, sagt Hans-Josef Siebertz und denkt dabei an das Nudelbuffet, das auch in diesem Jahr ausfallen wird. „Aber jetzt geht es erst einmal darum, dass die Menschen und sozialen Einrichtungen schnell wieder auf die Füße kommen“, erklärt der Vorsitzende der Stolberger Bürgerstiftung.

 

„Frohen Mutes“ wurde die Veranstaltung, die in diesem Jahr zum 18. Mal auf dem Kaiserplatz in Stolberg stattgefunden hätte, geplant. Doch das Hochwasser machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. „Eine Verschiebung kam für uns nicht infrage, denn viele Menschen und Einrichtungen haben erst einmal andere Probleme“, ist sich Siebertz sicher.

 

Mit dem Erlös der Veranstaltung werden in der Regel Einrichtungen wie das Sozialkaufhaus oder die Stolberger Tafel unterstützt. Die Unterstützung soll es – auch ohne Nudelbuffet – weiterhin geben. „Wir haben unsere Spender und Sponsoren gebeten, trotzdem weiter zu spenden“, berichtet Siebertz und ergänzt: „Zu unserem Gemeinwesen gehören auch Einrichtungen wie das Sozialkaufhaus oder die Tafel. Dort arbeiten viele Ehrenamtler, und es ist wichtig, diese zu unterstützen.“

 

Hilfe aus Sachsen-Anhalt

 

Mit seiner Meinung ist Hans-Josef Siebertz nicht allein. In den vergangenen Wochen meldeten sich gleich mehrere Bürgerstiftungen bei ihm. Darunter die Bürgerstiftungen Salzland aus Sachsen-Anhalt und Bielefeld, die nun ebenfalls Spendenaufrufe gestartet haben. Rund 400 Bürgerstiftungen gebe es deutschlandweit. „In Notsituationen ist das ein unverzichtbares Netzwerk“, erklärt Siebertz.Hans-Josef Siebertz ist Vorsitzender der Stolberger Bürgerstiftung. Die Arbeit des Vereins hat sich verändert.

 

Unterstützung gab es auch aus dem rund 600 Kilometer entfernten Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Ein 40-Tonner machte sich am vergangenen Wochenende auf den Weg nach Stolberg. Im Gepäck hatte er 14 Paletten voll mit USB-Platten und Laminat. Kleidung und Spielzeug sowie ein zusätzlicher Transporter samt Anhänger mit Lebensmitteln wurden ebenfalls gesammelt. Die Initiatoren aus Wismar hatten zudem noch eine Geldspende dabei.

 

„Das Engagement, mit dem unsere Unterstützer unterwegs sind, ist toll“, freut sich Siebertz. Hilfe beim Ausladen gab es von einigen Mitarbeitern des Sozialkaufhauses. In den kommenden Tagen will Siebertz sich mit Kaufhausleiter Manfred Peters darüber austauschen,wo Spenden gebraucht werden können. „Ich hoffe, dass dieser Zusammenhalt auch über diese Zeit hinweg weitergetragen wird“, sagt Siebertz.

 

Schilder in der Altstadt

 

Im vergangenen Jahr musste das Nudelbuffet aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Geplant hatte die Stolberger Bürgerstiftung noch andere Projekte, die zeitnah umgesetzt werden sollten – eigentlich. Bereits angelaufen war das Projekt „Stolberg unsere Heimat“.

 

Schon zum Schuljahr 2014/2015 wurde von der Stolberger Bürgerstiftung eine Unterrichtsbroschüre entwickelt und den Grund-, Förder- sowie weiterführenden Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Interesse bei den Stolberger Schulen war so groß, dass Ende 2019 alle 5000 Exemplare der damaligen Erstauflage vergriffen waren. Eine zweite Auflage mit 2500 Exemplaren wurde in Auftrag gegeben. In dem 70 Seiten starken Heft geht es nicht nur um Stolbergs Geschichte, die kindgerecht erklärt wird. Es geht auch um Wirtschaft, Kultur, Natur und Umwelt sowie die einzelnen Stadtteile und die Verwaltung.

 

Spaziergänge und Führungen, die den Kindern ihre Heimat ebenfalls ein Stück näherbringen sollten, fanden in Zusammenarbeit mit dem Helene-Weber-Haus ebenfalls statt. „Eigentlich sollte die zweite Phase starten, aber die Umsetzung ist vor allem für die Schulen, die vom Hochwasser betroffen sind, nicht einfach“, weiß Siebertz. Dennoch wolle man das Projekt nach den Sommerferien langsam wieder angehen.

 

 Ein weiteres Projekt: In der Altstadt sollen Zusatzschilder mit Stolberger Dialekt aufgestellt werden. Ein QR-Code soll Besucher und Stolberger mit dem Stolberg-ABC verbinden und so die verschiedenen Straßennamen erläutern. Gespräche mit der Stolberg-Touristik hätten bereits stattgefunden. „Im Moment ist das natürlich zweitrangig“, sagt Siebertz.

 

Sein Blick in die Zukunft fällt trotz allem positiv aus. Dazu passt auch diese Aussage: „Ich hoffe, dass wir mit neuer Kraft 2022 dann auch wieder das Nudelbuffet veranstalten können.“

 

 

 


Pressemitteilung für Medienhaus Aachen

Bürgerstiftung Stolberg erhält Spenden aus der Region Wismar

 

wir erhielten für die Hochwasseropfer in Stolberg am Samstag, 31.7.2021 eine Ladung mit Hilfsgütern aus der Region Wismar. Die Initiatoren Herr Konrad und Herrn Bley aus der Region Wismar hatten sich mit der Bürgerstiftung Stolberg vor 12 Tagen in Verbindung gesetzt. Mit Unterstützung der Firma Kerschgens Stahlhandel und der Sprint Spedition (Zwischenlagerung) konnten nun die Hilfsgüter dort in der Steinbachstraße abgeladen und vorerst zwischengelagert werden. Mit Hilfe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sozialkaufhauses WABE in Stolberg und zwei Mitarbeitern der Spedition wurde ab 9 Uhr morgens der 40-Tonnen-LKW entladen. Neben den Kleidern und weiteren Sachspenden, wurden insgesamt von der Firma Egger aus Wismar 14 Paletten mit USB-Platen und Laminat gespendet, die sich ebenfalls auf der Ladefläche des LKW`s befanden.

Zudem wurde uns ein Spendenbetrag in Höhe von 1.790,00 Euro für die Unterstützung der Betroffenen überreicht.       

Wir danken allen Spendern aus der Region Wismar ganz herzlich!

Foto: Bürgerstiftung Stolberg

 


Hochwasserhilfe von der Elbe

(von der Tageszeitung "Volksstimme" aus Schönebeck      Datum: 22.07.2021)

 Bürgerstiftung Salzland sammelt Spenden für Bürgerstiftung Stolberg

Link: https://www.schoenebeck.de/de/aktuelles-detail-stadtleben/buergerstiftung-salzland-sammelt-spenden.html

 

Hochwasser-Katastrophe im Rheinland

 

Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger, die die Betroffenen der Hochwasser-Katastrophe im Rheinland unterstützen möchten, können direkt vor Ort spenden. Die Bürgerstiftung Salzland richtet dafür ein Spendenkonto ein. „Wir wollten nicht unbedingt auf ein großes Konto einzahlen, sondern direkt vor Ort helfen“, erklärte Frank Schiwek, der stellvertretende Vorsitzende. Darum hat er Kontakt zum Vorsitzenden der Bürgerstiftung in Stolberg (Rheinland) aufgenommen. „Das war gar nicht so leicht, denn er ist den ganzen Tag im Einsatz.“

 

Aus Stolberg erreichten Schiwek tragische Nachrichten. Zu den betroffenen Einrichtungen der Bürgerstiftung zählt unter anderem eine Kita für 50 Kinder, die weggeschwemmt wurde. „Die Stromversorgung der Innenstadt herzustellen, wird wohl noch bis Ende der Woche dauern“, schrieb Hans-Josef Siebertz in einer E-Mail.

 

Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch freut sich über die Initiative der Bürgerstiftung. „Nach dem Hochwasser 2013, bei dem wir betroffen waren, kennen wir die Bedeutung so einer Katastrophe – für die Region und für jeden Einzelnen. Und wir wissen, wie wichtig in diesen Zeit die Solidarität unter den Menschen ist. Ich bin sehr froh über das Engagement der Bürgerinitiative Salzland, für die Menschen vor Ort Spenden zu sammeln.“

 

Während in Stolberg die Spuren des Hochwassers beseitigt werden, sammelt die Bürgerstiftung Salzland Spenden zur Unterstützung. Wer helfen möchte, kann an das Konto mit der IBAN DE41 8109 3274 0007 9979 90 unter dem Verwendungszweck „Hochwasserhilfe2021“ spenden. Eine Quittung wird auf Anfrage ausgestellt.

 

Spendenkonto
IBAN: DE41 8109 3274 0007 9979 90
Verwendungszweck: Hochwasserhilfe 2021