Großes soziales Miteinander im neuen „Blauen Haus“

Das „Blaue Haus“ auf der Frankentalwiese ist eröffnet und bündelt bald soziale Aktionen, Angebote und Projekte für alle Generationen. Foto: MHA/Dirk Müller
Das „Blaue Haus“ auf der Frankentalwiese ist eröffnet und bündelt bald soziale Aktionen, Angebote und Projekte für alle Generationen. Foto: MHA/Dirk Müller

 

Stolberg Mehr als 15 freie Träger, städtische Einrichtungen und Projekte bündeln Angebote und Aktionen für alle Generationen auf der Frankentalwiese.

 

·  Von Dirk Müller

 

Das „Blaue Haus“ auf der Frankentalwiese in Stolberg ist eröffnet und wird als temporäres Begegnungshaus Aktionen und Beratungen anbieten. Das städtische Jugendzentrum Westside und das Zoom-Projekt sind bereits im „Blauen Haus“ aktiv, und nach einer offenen Kennenlern-Woche werden weitere Institutionen und Projekte den neuen Standort mit Angeboten für Kinder und Jugendliche, Familien und Senioren bespielen.

 

Schon die Entstehungsgeschichte des „Blauen Hauses“ ist bemerkenswert: Die Jugendberufshilfe Stolberg und die Jugendwerkstatt haben die Beantragungen und die Beauftragung der Gewerke übernommen, sind dabei vom Viertel-LAB der Low-Tec, vom Sozialamt und vom Jugendamt unterstützt worden, und finanzielle Mittel aus Fluthilfespenden, die auf dem städtischen Spendenkonto eingegangen sind, haben die Realisierung möglich gemacht. Diese Zusammenarbeit ist aber nur ein „Vorgeschmack“, denn bald pflegen mehr als 15 verschiedene Institutionen und Projekte ein beispielhaftes Stolberger Miteinander unter dem Dach des „Blauen Hauses“.

 

„Aus den Vernetzungstreffen mit Einrichtungen, die in der Fluthilfe tätig sind, ist ein Arbeitskreis entstanden, der immer größer geworden ist“, beschreibt Katja Knospe. „Dabei wurde deutlich, dass städtische und freie Träger viele Räume nach der Flut gar nicht oder nur eingeschränkt nutzen können, so dass auch zahlreiche soziale Angebote auf der Strecke bleiben mussten“, sagt die Leiterin der Jugendwerkstatt. „Die Idee kam auf, aus der Not eine Tugend zu machen, Einrichtungen und ihre Angebote im ,Blauen Haus' zu bündeln und zugleich einen Begegnungsraum für alle Generationen zu schaffen.“

 

Info

 

Angebote, Einrichtungen und Projekte

 

Öffnungszeiten, Aktionen und Angebote des „Blauen Hauses“ sind auf dem Belegungsplan an dem Haus auf der Frankentalwiese und auf der städtischen Internetseite zu sehen (www.stolberg.de). Die beteiligten Institutionen und Projekte sind: Kinderoase der Psychosozialen Notversorgung PSNV, Jugendberufshilfe, Jugendwerkstatt, Sozialamt, Jugendamt (Familienbüro und kommunale Jugendarbeit), Wabe, Kokobe Region Aachen, Sozialdienst katholischer Frauen SkF mit den Projekten Traumfänger und Oberstark, Wissensoase Liester, Demokratiewerkstatt, Helene-Weber-Haus, Senioreninfocenter, Zoom-Projekt, low-tec mit Viertel-LAB.

 

Die Idee wird nun umgesetzt, und Aktionen und Angebote von Oberstark richten sich an Familien mit Kindern, für die auch das Familienbüro zum Beispiel zu „Frühe Hilfen“ oder den Kita-Einstieg Beratung im „Blauen Haus“ anbietet. Eltern-Kind-Kochen oder Sport für junge Mütter sind Kurse des Helene-Weber-Hauses, das mit seinem Portfolio alle Generationen im Blick hat.

 

Der Jugendtreff Westside, das Zoom-Projekt und die Demokratiewerkstatt richten ihre Angebote besonders an Jugendliche und junge Erwachsene, für die auch eine Kochwerkstatt oder eine Holz- und Schrottwerkstatt für Jugendliche interessant sein kann.

 

Nähen und Kreativwerkstatt für Erwachsene, der „Handyführerschein“ für Senioren, Beratung und Treff für Menschen mit Behinderung und für Langzeitarbeitslose, Zumba, Frauensport, Cafébetrieb vom SkF sowie Aktionen und Angebote vom Senioreninfocenter und mehr zeigen, wie hoch der Mehrwert des „Blauen Hauses“ ist. „Und wie stark die Vernetzung der Institutionen und Projekte ist. Daher passt auch der Standort des ,Blauen Hauses' perfekt“, meint Katja Knospe nicht nur mit Blick auf die angrenzende Blaustraße.

 

„Hier auf der Frankentalwiese erinnern Steinplatten an die Sayette-Spinnerei, die einst am Bastinsweiher beheimatet war. Und jetzt laufen im ,Blauen Haus' sehr viele Fäden zusammen.“ Tatsächlich ist das „Blaue Haus“ nicht nur mit Küche, einem Kicker, einem Büroraum und einem Sanitärcontainer inklusive Wickelplatz ausgestattet, sondern wird vor allem von mehr als 15 Einrichtungen und Projekten bespielt.

 

Ein Multifunktionshaus

 

„Es ist ein Mehrgenerationen- und Multifunktionshaus, das durch Vernetzung, Kooperation und viel Engagement der unterschiedlichen freien Träger und städtischen Einrichtungen möglich geworden ist“, fasst Jugendpfleger Michael Bosseler zusammen.

 

Sein großer Wunsch sei nun Nachhaltigkeit dieses „neuen Stolberger Miteinanders“. „Die erste gewinnbringende Erfahrung ist, dass wir gemeinsam so etwas tolles wie das ,Blaue Haus' auf die Beine stellen können, und hier werden jetzt Berührungspunkte und mögliche Synergien der Akteure, von denen viele Stolberger profitieren können, praktisch erfahrbar“, erläutert Michael Bosseler.

 

„Irgendwann werden alle Beteiligten wieder in ihre eigenen Standorte zurückkehren. Dann ist es absolut wünschenswert, dass die Träger und Projekte ganz Stolberg als ein ,Blaues Haus' sehen, unter dessen virtuellem Dach miteinander vernetzt und zusammen zum Wohle der Menschen gearbeitet wird.“